Die Klassen 5a, 5b und 6a besuchen den Sozial-Kontor Weimar

Aus Alt mach Neu- So könnte das Motto des Sozial-Kontors „Johannes Falk“ in der Georg-Haar-Straße in Weimar auch lauten. Welche Bereiche es im Sozial-Kontor gibt und welche Aufgaben die Mitarbeiter täglich übernehmen,  konnten die Klassen 5a, 5b und 6a in der letzten Schulwoche vor den Ferien eigenständig erkunden.

Der Sozial-Kontor steht allen Menschen in Weimar offen, aber vorrangig für Menschen in Not. Einzig bei der Lebensmittelausgabe bedarf es des Weimarpasses, um Lebensmittel zu erhalten.

Nicht alles, was nicht mehr gebraucht wird, muss gleich auf dem Müll landen. Gespendete Möbel, Fahrräder und Spielzeug werden durch die (meist) ehrenamtlichen Mitarbeiter wieder aufgearbeitet. Für einen günstigen Preis wechseln die aufgearbeiteten Dinge dann den Besitzer.  Auch Kleidung gibt es in der Kleiderkammer für ein kleines Entgelt zu kaufen.

Die Sozialpädagogin des Weimarer Tafel Plus Projektes Ulrike Scheller (ehemals selbst Schülerin der Pesta) organisierte die drei Projekttage zum Kennenlernen des Sozial-Kontors. Frau Scheller und ihre Praktikantin Louise entwickelten eigens dafür ein Spiel.

Jeder Schüler absolvierte vier Stationen. In der Fahrradwerkstatt durften die Schüler Fahrradteile ausbauen. Diese werden wiederverwendet beim Aufbau der gespendeten Fahrräder.

  

      

Stellt ein Outfit  für maximal 15 € zusammen, lautete die Aufgabe in der Kleiderkammer.  Wer jetzt denkt, das geht niemals, der kann sich auf den Fotos davon überzeugen, dass es doch geht.

   

  

Einen Schrank aufzubauen, gehört zu wiederkehrenden Aufgaben der Mitarbeiter im Sozialkaufhaus „Möbile“. Ausgerüstet mit Akkuschrauber, Einzelteilen und fachkundiger Anleitung übernahmen die Schüler diese Aufgabe.

  

Die Aufgabe an der Station Lebensmittelausgabe zeigte, wer ein besonders empfindliches Näschen besitzt. Mitarbeiter der Tafel holen von den Supermärkten in Weimar die Lebensmittel, die nicht mehr in den normalen Verkauf gehen. Die Lebensmittel sind noch verzehrbar, haben aber Schönheitsmakel oder sind nahe dem Verfallsdatum. Bevor sie in die Lebensmittelausgabe gehen, müssen leicht verderbliche Lebensmittel wie Obst und Gemüse sortiert werden.  In diese Aufgabe konnten die Schüler an diesem Tag ebenfalls hinein schnuppern. 

  

Neben den praktischen Aufgaben, lernten die Schüler auch, dass Wiederverwertung von Dingen nicht nur der Umwelt dient sondern auch Menschen in Not helfen kann. Dass in Deutschland jährlich 20 Millionen Tonnen verzehrbarer Lebensmittel im Müll landen, obwohl weltweit Menschen hungern, war die schockierendste Erkenntnis dieser Tage.

Wir danken Frau Scheller und den Mitarbeitern an den einzelnen Stationen für die drei lehrreichen,  praktischen und schönen Projekttage. 

D.Jahn